Award Ceremony 2026: TUM ED ehrt herausragende Nachwuchstalente aus dem Bereich Maschinenbau
Studium, Forschung |
Andreas Blum erhält den WITTENSTEIN-Preis für seine Masterarbeit „Entwicklung eines Ende-zu-Ende Differenzierbaren SLAM Systems für Autonome Fahrzeuge“, die unter der Betreuung von Prof. Johannes Betz entstanden ist. Darin entwickelt er mit „DiffSLAM“ einen neuartigen Deep-Learning-Ansatz zur simultanen Lokalisierung und Kartierung von Umgebungen, der die räumliche Wahrnehmung autonomer Systeme grundlegend verbessert. Das System kann sich selbst optimieren und flexibel an neue Sensoren sowie unterschiedliche Einsatzbedingungen anpassen. Besonders hervorzuheben ist die praxisnahe Umsetzung: DiffSLAM arbeitet in Echtzeit auf kompakter und energieeffizienter Standard-Hardware und schafft damit eine wichtige Grundlage für leistungsfähige, wirtschaftliche und flexibel einsetzbare autonome Robotersysteme.
Dr. Benedikt Kirchebner wird mit dem WITTENSTEIN-Preis für seine Dissertation „Hybrid Material Jetting – Expanding Molten Metal Jetting with Molten Salt Jetting for Realizing Water-Soluble Support Structures“ ausgezeichnet, die unter der Betreuung von Prof. Wolfram Volk entstanden ist. Die Arbeit widmet sich der additiven Fertigung von Metallbauteilen mittels eines Verfahrens, bei dem Bauteile schichtweise aus Tropfen geschmolzenen Metalls aufgebaut werden. Durch die Entwicklung eines Verfahrens zur Verarbeitung geschmolzener Salze und die Integration von Salz- und Metallverarbeitung in einen hybriden Herstellungsprozess gelang es, wasserlösliche Stützstrukturen zu realisieren. Dadurch können komplexere Bauteilgeometrien gefertigt und gleichzeitig der Aufwand für die Nachbearbeitung deutlich reduziert werden.
Den RENK-Antriebstechnik Förderpreis erhält Oskar Spoiden für seine Masterarbeit „Modellierung eines Simulationsansatzes zur Berechnung und Optimierung des Wirkungsgrads von Electric Drive Units mit Fokus auf einer modularen Gestaltung“, die unter der Betreuung von Prof. Karsten Stahl entstanden ist. Die Arbeit entwickelt eine objektorientierte Software zur modellbasierten Berechnung und Optimierung des Getriebewirkungsgrads von Electric Drive Units. Besonders hervorzuheben ist der ganzheitliche Ansatz, der das Zusammenspiel von Getriebe, Elektromotor und Leistungselektronik berücksichtigt. Die wissenschaftlich validierte und flexibel aufgebaute Lösung lässt sich problemlos in bestehende Entwicklungswerkzeuge integrieren und unterstützt damit die schnellere Entwicklung und Optimierung neuer elektrischer Antriebskonzepte.
Der RENK-Antriebstechnik Förderpreis geht an Dr. Lukas Pointner-Gabriel für seine Dissertation „Efficiency of Wet Brake and Clutch Systems“, die unter der Betreuung von Prof. Karsten Stahl angefertigt wurde. Nasslaufende Brems- und Kupplungssysteme werden in zahlreichen Fahrzeugen und Industriemaschinen eingesetzt, verursachen jedoch Schleppverluste, die den Energieverbrauch erhöhen und bislang nur eingeschränkt vorhergesagt werden konnten. Die Dissertation untersucht die Ursachen dieser Verluste und entwickelt ein neuartiges Berechnungsmodell, das hohe Genauigkeit mit geringem Rechenaufwand verbindet. Die Ergebnisse ermöglichen eine schnellere und effizientere Entwicklung moderner Antriebssysteme und leisten einen wichtigen Beitrag zu energieeffizienteren Fahrzeugen und Maschinen.
Dr. Jan Wilch erhält den Manfred-Hirschvogel-Preis für seine Dissertation „Reconfigurable Control Software for Adaptability and Resilience in Special-purpose Machinery“, die unter der Betreuung von Prof. Birgit Vogel-Heuser entstanden ist. Die Arbeit adressiert die Herausforderung starrer Softwarestrukturen in Sondermaschinen, die Änderungen und Fehlerbehebungen oftmals aufwendig machen. Hierfür entwickelt sie eine neue Softwarearchitektur auf Basis etablierter Industriestandards, die Rekonfigurationen ermöglicht, ohne die Echtzeitfähigkeit der Systeme zu beeinträchtigen. Prozessdaten und Steuerungslogik werden dabei gekapselt und über offene Schnittstellen bereitgestellt. Praxistests in industriellen Anwendungen zeigen, dass sich die Lösung in bestehende Systeme integrieren lässt, Produktwechsel vereinfacht und Stillstandszeiten reduziert.
Der Rudolf-Schmidt-Burkhardt-Preis wird an Dr. Lorenzo Scandola für seine Dissertation „Free-Form Bending: From Process Design to Quality Monitoring“ verliehen. Die unter der Betreuung von Prof. Wolfram Volk entstandene Arbeit entwickelt innovative Ansätze zur Weiterentwicklung des Freiformbiegens, eines vielversprechenden Fertigungsverfahrens für die Anforderungen der Elektromobilität. Im Mittelpunkt stehen eine Assistenzsoftware sowie neuartige Messverfahren, die den Biegeprozess in Echtzeit überwachen und optimieren. Dadurch können komplexe Bauteile schneller, präziser und wirtschaftlicher hergestellt werden. Die Dissertation verbindet wissenschaftliche Innovation mit hoher industrieller Relevanz und trägt zu einer flexibleren und nachhaltigeren Produktion zukünftiger Mobilitätslösungen bei.