In vielen Unternehmen zeigt sich derzeit eine angespannte Situation: Die Produktivität sinkt, Innovationsprozesse geraten ins Stocken und Beschäftigte berichten, dass sie kaum noch zu ihrer eigentlichen wertschöpfenden Arbeit kommen. Technologische Investitionen allein reichen nicht aus, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Häufig passen Technik, organisationale Strukturen und die Kompetenzen der Beschäftigten nicht ausreichend zusammen. Übermäßige Bürokratie, komplexe Regelwerke und ineffiziente Abläufe binden wertvolle Arbeitszeit und erschweren eine wirksame Zusammenarbeit.
Hier setzt das Forschungsprojekt „Work Based Organizing“ an. Im Mittelpunkt steht das konkrete Arbeitshandeln, also das, was Beschäftigte tatsächlich tun. Ausgehend von realen Arbeitsprozessen werden Technik, Organisation und Qualifizierung integriert gestaltet und im Sinne des Ansatzes Mensch, Technik und Organisation systematisch aufeinander abgestimmt. Ziel ist es, Arbeit zu vereinfachen, unnötige Belastungen zu reduzieren und Gestaltungsspielräume für produktive und innovative Tätigkeiten zu schaffen.
Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der Industrie entwickelt das Projekt auf Basis konkreter Praxisfälle Analyse- und Planungsinstrumente sowie Maßnahmen zur Arbeits- und Organisationsgestaltung und unterstützt Beschäftigte dabei, ihre Arbeit eigenständig, kompetent und wirksam zu gestalten. Diese Ansätze werden im betrieblichen Kontext erprobt und weiterentwickelt. So trägt „Work Based Organizing“ dazu bei, vorhandene Arbeitszeit effizienter und wertschöpfender zu nutzen, organisatorischen Ballast gezielt abzubauen und resiliente Organisationsstrukturen nachhaltig zu stärken.
Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms "Zukunft der Arbeit" als Teil des Forschungsprogramms "Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und der EU über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Kontakt:
Johannes Pannermayr, M.Sc.
Lehrstuhl für Ergonomie