Lehre

Zur Erweiterung des Lehrportfolios beider Fakultäten sollen Synergieeffekte aus Schnittmengen der Beteiligten genutzt und Möglichkeiten einer engeren Praxisanbindung durch die Einbindung externer Partner erschlossen werden. So zeichnet sich eine ganze Reihe von Themenkreisen ab, die durch interfakultäre integrative Lehrkonzepte umfassender vermittelbar sind und den Studierenden der Studiengänge Architektur, Restaurierung sowie des Bauingenieurwesens eine fundierte Basis für das spätere Berufsleben bieten. Anknüpfungspunkte finden sich vor allem in den Vertiefungsmöglichkeiten der Masterstudiengänge Werkstoffe und Bauwerkserhaltung des Masterstudiengangs Bauingenieurwesen und im Masterstudiengang Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft und im Schwerpunkt "Cultural Heritage, History and Criticism" des Masterstudiengangs Architektur.

Historische Bauforschung, Bauaufnahme und Baudokumentation

Detektivisches Nachspüren erschließt die Charakteristika eines Bauwerks bis hin zur kleinsten Werkzeugspur und legt durch profundes Wissen über die Gegebenheiten das Fundament für eine adäquate Weiternutzung. Nur mit umfassender Kenntnis der vorhandenen konstruktiven, gestalterischen und (bau-)historischen Genese eines Bauwerks, lassen sich tragfähige Aussagen über dessen Potentiale für eine Um- oder Weiternutzung sowie Prognosen zum architektonischen, ingenieurmäßigen wie auch zum finanziellen Aufwand von Maßnahmen treffen.

Gefüge und Konstruktion, Bauwerksanalyse, Untersuchungsmethoden

Dank der Vielzahl an Spezialisten können durch die fakultätsübergreifende Zusammenarbeit die Felder der konstruktiven Nachhaltigkeit, Prüfmethoden zur Beurteilung von Konstruktionen und Umbau gestärkt werden. Umgang mit baulichem Bestand ist die Zukunftsaufgabe des Bauwesens. Subsequent muss sich der Fokus auf die Vermittlung von architektonisch-entwerferischen und konstruktiv-konzeptionellen Strategien einer proaktiven Architekten- und Ingenieursausbildung richten.

Baustoffe und Werkstoffe, Moderne Bauforschung

Bau- und Werkstoffe sind ein zentrales Thema für eine werteorientierte Methodenentwicklung zur Weiternutzung von Gebäudebestand. Dem Erkenntnisgewinn zu deren Beschaffenheit aus der Analyse müssen Aussagen zu Erhaltung, Instandsetzung oder Sanierung folgen, um Umbauten als konkurrenzfähige Alternative zu Neubauten in der Wahrnehmung der Nutzer zu etablieren. Erhaltungsfähigkeit, Schadstoffanteile und Konservierungsmethoden können nur in Zusammenarbeit von Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften, Bauphysik und Bauwerkserhaltung entwickelt werden. Besonderes Augenmerk liegt auf der Erforschung moderner Baumaterialien, die aktuell zu einer der drängendsten Herausforderungen des Bauwesens avancieren.

Bauschäden und Sanierung

Bauschäden sind Lehrmeister künftiger Architekten- und Ingenieurgenerationen. Es gilt nicht nur sie dauerhaft zu beheben, sondern ihre Entstehung genau zu verstehen, um sie künftig durch Optimierung der Konstruktion oder Materialwahl zu vermeiden. Geeignete Sanierungskonzepte und –verfahren für eine große Anzahl historischer Hoch- und Infrastrukturbauten gehören in Anbetracht der anstehenden Bauaufgaben zu den grundlegenden Bausteinen der Ausbildung.

Rechtliche Grundlagen für den Umgang mit Bestandsgebäuden

Weitreichende Ausnahmemöglichkeiten von baurechtlichen Verordnungen ermöglichen individuelle Instandsetzungskonzepte für denkmalgeschützte Bauten. Die überwiegende Mehrheit der Bestandsbauten muss jedoch, der fehlenden Denkmalwürdigkeit wegen, nach den Maßgaben des geltenden Baurechts saniert oder instandgesetzt werden. Zur Entwicklung von tragfähigen, massentauglichen Erhaltungskonzepten ist eine umfassende Kenntnis der juristischen Problematik erforderlich.