ÜBER DAS NEUE BAUEN HINAUS

Lernen aus dem Umgang mit der Moderne

Vortragsreihe der Professur NB, Prof. Dr. Putz, und des Lehrstuhl RKK, Prof. Dr. Danzl
SS 2019
jeweils Dienstags 18.30 - 20.00, Raum 2370 

Die allgemeine Vorstellung der modernen Architektur der Zwischenkriegszeit wird geprägt durch eine Reihe ikonischer Bauwerke. Sicherlich dazu gehören Walter Gropius Bauten des Bauhaus in Dessau, oder Mies van der Rohes Haus Tugendhat in Brünn. Zum anerkannten Erbe des Neuen Bauen gehören auch die Bauten Erich Mendelsohns, sowie die keinesfalls mehr unbekannten Beispiele einer ‚anderen‘ Moderne, etwa O. R. Salvisbergs Maschinenlaboratorium der ETH Zürich.
Bedeutsam und von Interesse sind diese Objekte jedoch nicht nur als architekturhistorische Zeugnisse ihrer Entstehungszeit, sie verweisen auch auf beispielhafte Projekte denkmalpflegerischen Umgangs mit dem baulichen Erbe der Moderne in den letzten Jahrzehnten. Eine Besonderheit dieser Projekte ist, dass sie unser Bild der ‚klassischen Moderne‘ vielfach verändert haben. Jedenfalls initiierten ihre Erhaltung eine erneute, kritische Auseinandersetzung mit der Architektur der Zwischenkriegszeit; wie sie auch ihre positive Wertung und öffentliche Aneignung beförderten, die aktuell im Bauhausjahr kulminiert.
Vor welchen planerischen, gestalterischen, konstruktiven und denkmalpflegerischen Herausforderungen stand man bei der Instandsetzung und Restaurierung? Welche neuen Erkenntnisse haben sich aus dem baulichen Umgang mit den Objekten ergeben? Welche Lehren können aus diesen Projekten für die Zukunft gezogen werden? Wie dauerhaft oder erfolgreich haben sich einzelne Maßnahmen erwiesen? Was lässt sich auf den Umgang mit dem baulichen Erbe der Nachkriegszeit übertragen, und was nicht?
Kurze baugeschichtliche Einführungen stellen die jeweiligen Objekte vor und leiten die Gastvorträge ein, die die Instandsetzung- und Restaurierungsprojekte vorstellen. Im anschließenden Gespräch sollen konkrete Einzelfragen der Erhaltung und Denkmalpflege ebenso diskutiert werden wie allgemeine Erkenntnisse für den Umgang mit dem bedeutsamen Bauerbe des letzten Jahrhunderts.

Warschau - Phoenix aus der Asche

Die aktuelle Baunetz-Woche berichtet von der Warschau-Exkursion der Professur Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege, Prof. Andreas Hild. Baunetz-Chefredakteurin Friederike Meyer, selbst studierte Architektin, hat die Exkursion begleitet und mit den Studierenden vor Ort an der Berichterstattung gearbeitet. In kommentierten Bildergeschichten stellen die Studierenden und MitarbeiterInnen eine ganze Woche lang die polnische Hauptstadt und ihre Architektur ser 1920er bis 1990er Jahre vor. Von den revolutionären Bauten der Zwischenkriegszeit über Zerstörung und spektakulären Wiederaufbau zu den Entwicklungen der Nachkriegszeit werden täglich neue Aspekte der Stadt vorgestellt. Besonders interessant sind die parallelen Wege des Wiederaufbaus der weitgehend kriegszerstörten Stadt: Während die Altstadt nach historischen Vorlagen rekonstruktiv wieder aufgebaut wurde (UNESCO-Weltkulturerbe), entstanden die neuen Siedlungen als Ensemble von Wohnblocks oder Plattenbauten. Zahlreiche Experten vor Ort haben das Exkursionprogramm durch Führungen und Diskussionen bereichert.

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